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Historie Vorstandschaft Schützenkönige Vereinsmeister

 

1. Die Historie

Ursprünglich nannte sich unsere Gesellschaft

„Zimmerstutzen Schützengesellschaft Wiesent„

Sie wurde 1882 gegründet. Das geht aus dem Original der Statuten von 1899 hervor. Das Freihandschießen und die Unterhaltung hatte man sich zur Aufgabe gemacht. Viele Forstbedienstete gehörten der Gesellschaft an, dessen Gründungsmitglied und erster gewählter Schützenmeister ein Oberförster von Train war, der dieses Amt bis 1891 bekleidete. Die Herren Knott, Härtl und Alteneder gehörten zur Vorstandschaft. In den Schießkladden von 1882 finden wir folgende 30 aktive Schützen: Alteneder,-Dengler, -Eichelberger, -Fries Georg, -Fries Johann, -Fuchs Jordan, Farnholz, -Flierl, -Gleisner, -Grabinger, -Händl, -Härtl, -Hirsch, -Hofmeister, Kehrer, -Knott Fritz, -Meier Josef, -Pfauntsch, -Pittinger, -Peutler Johann, -Roth Michael,-Schellerer Josef, -Schellerer Hans, -Schmidbauer Karl, -Schweiger Math., -Schweiger Josef, -von Train sen., -von Train jun., -Vetter und –Wolf Josef.

In den Jahren bis 1891 verschwinden viele dieser Namen, neue kommen hinzu. Die Schießsaison ging von Oktober bis März. Vereinslokal war zunächst das Gasthaus Schellerer. Dem „Directorium „ , der erweiterten Vorstandschaft, gehörte 1889 der durch die Herausgabe der1.Ortschronik bekannte Pfarrer Hausladen an. Als aktiver Schütze trat er allerdings nicht in Erscheinung Dass bereits damals ein enger Kontakt zwischen den Wiesenter Schützen und den Schützen aus Wörth bestand, beweisen Einladungen aus den Jahren 1889 und 1891 von der Zimmerstutzen Schützengesellschaft Wörth a.D.,in denen die Zimmerstutzen Schützengesellschaft Wiesent zum Ball in die „Kattun’schen Lokalitäten“ eingeladen wird. Noch eine Einladung ist erhalten, leider ist das Datum nicht zu erkennen. Unterzeichnet ist sie von einem Herrn Hohenwarter. Zu bemerken ist noch, dass auch Herren aus den Nachbargemeinden der Gesellschaft aktiv angehörten. Es waren dies z.B. Pittinger, Brauer von Wörth, Schweiger, Gutsbesitzer von Kiefenholz und Zacherl, Ökonom von Oberachdorf.

Bis 1891 sind die jährlichen Schießergebnisse lückenlos erhalten. Neue Aufzeichnungen stammen dann erst wieder ab dem Jahre 1899. ( Erklärungen zu der Lücke siehe Nachsatz!) Neue Namen tauchen nun auf, z.B. mit Schützenmeister Baumeister Bauer und Schriftführer Lehrer Bößl. Mit Schützenmeister Bauer wurden alljährlich im Juni oder Juli Endschießen in größerem Rahmen abgehalten. Geschossen wurde vom Schellerergarten in den Garten des Ökonomen Rösch. Dazu bedurfte es der Genehmigung der Gemeinde. Es wurde auf eine „Preis-Scheibe“, eine Fest-Scheibe“ und eine „Frei-Scheibe“, letztere auch für Nichtmitglieder, geschossen. 3 Schuss kosteten 20Pf.. Der 1.Preis betrug 4 Mark mit „Seidener Fahne“. Das Endschießen fand stets mit Musik statt. In einem Schreiben von 1.Schützenmeister Bauer teilte dieser den Mitgliedern mit, dass ein Zimmerstutzen abhanden gekommen ist. Wenn der Stutzen nicht wieder auftaucht, so wollte man die Polizei verständigen. Was daraus geworden ist, ist leider nicht ersichtlich.

Dass die Schützen vor ca.125 Jahren auch bereits gerne länger gemütlich beisammen saßen, bezeugen die Anträge an die Gemeinde um Verlängerung der Polizeistunde bis 1 Uhr für die ganze Schießsaison, die auch bewilligt wurden und 1 Mark Gebühr kosteten. Regelmäßig wurden Faschingsveranstaltungen abgehalten. Einladungen sind auch noch vorhanden zum „Festschießen“ anlässlich der Silbernen Hochzeit 1901 von Kassier Bösl und zum „Abschiedsschießen“ anlässlich der Beförderung und Versetzung von Herrn Lehrer Spies. 1902 wurde die“ Zimmerstutzen Schützengesellschaft Wiesent „ in das Vereinsregister des königlichen Amtsgerichts Wörth eingetragen. Bis 1906 sind Niederschriften vorhanden. Die nächsten Dokumente sind erst wieder von 1921, die besagen, dass ein Darlehen von 3000 Mark zu 5% Zinsen aufgenommen wurde.



Als Bürgen werden H. Fichtl und Wolfgang Kehrer genannt. Für welche Zwecke das Geld benötigt wurde, ist nicht ersichtlich. Die nächsten Schriftstücke und auch die letzten, sind aus den Jahren 1926 und 1927. Leider sind dies Schriftstücke, aus denen man über das Vereinsleben nichts entnehmen kann.





Der letzte Schützenmeister war demnach Kurt Drechsler. Mündliche Überlieferungen besagen, dass später im Gasthaus Fichtel geschossen wurde. Da es sich bei den Schriftstücken zunächst um lose Blätter handelte, die der verstorbene Ehrenschützenmeister Irlmeier erst binden ließ, dürften viele Unterlagen bewusst oder unbewusst verlorengegangen sein.

Nachsatz:

Von 1892 bis 1898 scheinen keine Aktivitäten stattgefunden zu haben bzw. der Verein dürfte geruht haben. Das kann man aus den fehlenden Schießergebnissen schließen und, was noch beweiskräftiger ist, ist die fehlende Erwähnung der Schützengesellschaft in der Ortschronik , die von Pfarrer Hausladen verfasst und 1894 herausgegeben wurde, also in der aktivlosen Zeit. Ein Krieger-und Vetranenverein sowie die Freiwillige Feuerwehr wurden unter „ Vereine in Wiesent „ genannt. Auch wird in den Statuten Paragraph 1 von 1902, neben 1882, auch 1899 als Gründungsjahr genannt. In den überlieferten Schriftstücken fehlt jeder Hinweis über die fehlenden Jahre. Nachforschungen 2010 im Gemeinde- sowie Staatsarchiv in Amberg ergaben keine weiteren Erkenntnisse.